Caritasverband für die Region Rhein-Hunsrück-Nahe - Simmern - Sozialraumorientierung


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Lebenswelten ernst nehmen:
Sozialraumorientierung


Die Caritas-Beraterinnen und -Berater suchen zusammen mit den Rat Suchenden nach dem jeweils richtigen Weg. Wichtigstes Kriterium bleibt dabei immer die individuelle Problemlage jedes einzelnen Menschen.
Neben der persönlichen und familiären Situation gilt das Augenmerk dem gemeindlichen Umfeld.

Besonders in einem Flächenlandkreis, wie es auch der Rhein-Hunsrück-Kreis ist, unterliegen Menschen je nach Wohnort unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen. Das Beachten dieser Einflüsse zeigt angemessene Lösungsansätze; zugleich eröffnet solchermaßen konsequente Sozialraumorientierung wertvolle Unterstützung "von innen":


Persönliche Sichtweisen werden ernst genommen.
Rat Suchende bringen immer ihre Sicht auf die Dinge sowie eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten mit.
Sozialraumorientierung stellt diese subjektiven Voraussetzungen bewusst in Zusammenhang mit der jeweiligen Lebenswelt.


Lösungen richten sich nach persönlichen Zielen und
vorhandenen Ressourcen.
Die Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter arbeiten zugleich ziel- und ergebnisorientiert. Wenn Klienten ihre "Meilensteine" im Hilfeprozess gesetzt haben, beginnt die Suche nach möglichen Ressourcen im Lebensraum, die das Erreichen der selbst gesteckten Ziele mittragen.


Gemeindliche Angebote erfahren bedarfsgerechte Öffnung.
Nach Möglichkeit werden bestehende Unterstützungsangebote wahrgenommen. Gegebene Strukturen werden dabei stabilisiert.
Wo gewünscht, liefert der Caritasverband auch Anregungen zur Weiterentwicklung sozial-caritativen Engagements und begleitet diese.


Sozialraumorientierung schafft gegenseitiges Verständnis.
Sozialraumorientierung bringt den Willen Betroffener und die Interessen der Wohnbevölkerung miteinander in Einklang. Besser Gestellte werden so für - nur scheinbar weit entfernte - Sorgen und Nöte anderer Menschen sensibilisiert.
Gewachsenes Verständnis fördert zudem bürgerschaftliches Engagement.


Gemeindenahe Aktivitäten "bauen Brücken" zwischen Generationen.
In Gemeindeprojekten finden unterschiedlichste Generationen einen gemeinsamen Nenner; die Atmosphäre von Toleranz und gegenseitiger Anteilnahme lässt gemeinsame Interessen entdecken.
Sozialraumorientierte Grenzen überwindet so Grenzen zwischen äußerst unterschiedlichen Lebens- und Alterssituationen.
Durch die Aktivierung jener, die "mitten im Leben stehen" werden Isolation und Einsamkeit vermieden.


Eine Vielfalt von Diensten greift ineinander.
Professionelle Angebote und gemeindliche Aktivitäten entfalten erst im Zusammenspiel volle Wirkung. "Wer macht was mit wem, wie, wann und wo?" Abgestimmte Planung gewährleistet, dass Hilfebedürftige Zugang zu den benötigten Hilfen finden.
Dazu vernetzen sich professionelle Dienste verschiedener Träger mit gemeindlichen Initiativen und mit öffentlichen Stellen.


Soziale Arbeit passiert vor Ort.
Die Verbandscaritas schafft kurze Wege zu ihren Beratungsdiensten. Drei Caritas-Dienststellen decken das Kreisgebiet ab; feste Beratungsmöglichkeiten vor Ort wurden entsprechend dem örtlichen Bedarf eingerichtet.
Sozialraumorientierte Arbeit bindet zudem traditionelle sozialarbeiterische Instrumente ein: So stellen Beratungskräfte durch Hausbesuche im Bedarfsfall sicher, dass niemandem Unterstützung versagt bleibt. Hier liegt zugleich die Chance, das engere Umfeld stärker in den Blick zu nehmen.


Nicht zuletzt ist Sozialraumorientierung auch Prävention.
Ein gestärktes Gemeinwesen beugt gravierenden gesellschaftlichen Problemen vor. Innergemeindliche Anteilnahme erkennt entstehenden Hilfebedarf frühzeitig.
Indem das Umfeld Menschen auffängt, denen materielle, gesundheitliche oder soziale Zwangslagen drohen, werden hohe Folgekosten vermieden: Oftmals reichen kleine Hilfen aus, um Selbsthilfekräfte hinreichend zu fördern.